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Sonntag, 14. März 2010clear (1K)
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Heft 2 / 2010


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Inhalt
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Editorial

 

Götzenverehrung

 

Wir kennen sie alle und beten sie – der eine mehr, der andere weniger – an, die „Götzen“ der Neuzeit.: World Wi(l)de Web, Personal Digital Assistant und SmartPhone … Wir stellen uns selber im WWW zur Schau und wundern uns über Datenklau oder angebliche „Freunde“ in Freizeit- oder Business-Communities, die wir noch nie persönlich getroffen haben. Egal, gebt mir noch mehr Apps  – je mehr desto hipp. Mein PDA heißt zwar personal, ist aber so unpersönlich wie nur irgendwas. Und mein eBook ist zwar state-of-the-art und total cool, aber zum entspannten Lesen eignet es sich leider ganz und gar nicht, weil entweder die Lichtverhältnisse unpassend, die Schrift zu klein oder sonst irgendwas ist … Hätte ich den Schmöker einfach als Hardcopy mitgenommen, oder wenigstens die Augen geschlossen, um eine „Mütze“ Schlaf zu nehmen, wäre mir auf der langen Reise vielleicht noch ein Mehrwert vergönnt gewesen ... Stattdessen kämpfte ich stundenlang mit einem halbdefekten Inseat-Video-System. Halb-, leider eben nicht ganzdefekt – weil mit „ganzdefekt“ hätte ich ja keine Zeit mehr verschwendet… Ach ja. Sie sagen: selber Schuld! Genau. Sie haben Recht!

Wir sind selber Schuld, wenn wir die „dienstbaren Geister“, die wir riefen über uns herrschen lassen – anstatt sie zu be-herrschen! Einmal Facebook – immer Facebook und so fort. Nichts mit „Besen, Besen – sei’s gewesen!“ – den modernen „Zauber“ wird man nicht so einfach wieder los.
Kurz und gut: Die Website eines Unternehmens ist eine hervorragende Kommunikations- und Marketingplattform, auf der sich unsere Kunden und die, die es werden sollen, gerne informieren und Appetit holen sollten. Der immer wieder (vor allem von Web-Agenturen) überstrapazierte Begriff des „Mehrwertes“, den es zu schaffen gelte, erscheint mir eher als eine moderne Form von „Beschäftigungstherapie“ in mehrerlei Hinsicht. Nicht nur die Agenturen, die sich (natürlich intensivst und nur zu unserem Besten) damit beschäftigen – nein, wir selbst verbringen schlimmstenfalls plötzlich immer mehr Zeit damit, unsere Websites mit fragwürdigem Mehrwert zu füllen … Schlimmer noch: Wir beginnen unseren potenziellen Kunden Zeit zu stehlen, indem wir sie vor unsere Website bannen. Zeit, die sie besser in unserer Freizeitanlage verbringen sollten!!!

Besser auf dem Teppich bleiben, lautet meine Devise. Schließlich wollen wir unsere Gäste zuallererst mit unseren realen Attraktionen und Dienstleistungen begeistern, Spaß, Lebensfreude und Gemeinsinn fördern. Und das können wir in unserer Branche hervorragend – wie nicht nur unser Parkreport in dieser EAP-Ausgabe beweist. Lassen Sie uns Technologien auch weiterhin als dienstbare „Geister“ nutzen und beherrschen – und nicht umgekehrt. Nicht jede Neuentwicklung, die uns von den Gurus als „Must Have“ verkauft wird, ist wirklich dienstbar. Nutzen wir lieber nur solche Besen, die wir auch selber wieder in die Ecke stellen können … Folgen wir unserem eigenen Denk- und Urteilsvermögen – es ist so schlecht (noch) nicht.

Meint

 

Ihre

Petra Probst

 

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