Freizeit- und Erlebnisparks 2009
Mit Rekordergebnissen auf erfolgreichem Kurs
An das Jahr 2009 werden sich viele noch lange erinnern. Ende 2008 hatte die Wirtschaftskrise die Realwirtschaft erfasst und es stand die erste Saison bevor, in der sich die Freizeitindustrie beweisen musste. Beweisen, dass sie seit vielen Jahren in der Lage ist, ihre Angebote erfolgreich und vorausschauend zu entwickeln, um wachsender und differenzierter Nachfrage jederzeit gewachsen zu sein. Auch, wenn viele Experten der Freizeitbranche eine relative Krisensicherheit voraussagten, blieben bei den Betreibern Hoffnung und Zuversicht gepaart mit einer Restunsicherheit.
Dass 2009 aber bei den meisten europäischen Parks einen so großen Erfolg generieren würde, wagte sich wohl kaum einer in seinen kühnsten Träumen vorzustellen. Einer der ersten Parks, die bereits im September letzten Jahres öffentlich über die immensen Besucherzuwächse sprachen, war das holländische Efteling. Mehr als 25 Prozent Besucherzuwachs gegenüber dem Vorjahr wurden dann letztendlich verzeichnet. Sowohl optimales Wetter für Freizeitparks – nicht zu heiß und nicht zu kalt oder nass – wie auch die Tatsache, dass viele Menschen ihr Urlaubsbudget reduzierten, indem sie auf Fernreisen verzichteten und statt dessen Freizeiteinrichtungen im eigenen Land und der Region besuchten, führten zu dem Erfolg - wie Efteling resümierte.
Eine repräsentative Umfrage unter den im VDFU (Verband Deutscher Freizeitparks und -unternehmen) organisierten Freizeiteinrichtungen bestätigte eindrucksvoll die Prognosen. Fast einstimmig waren die Freizeitunternehmer mit dem zurückliegenden Jahr sehr zufrieden und konnten gutes bis üppiges Besucherwachstum registrieren. Diese Einschätzung wurde unabhängig von der Betriebszeit, d.h. sowohl von den Anlagen mit klassischer Saison von März bis Oktober wie auch von denen mit einer Winteröffnung abgegeben. Ebenso einig sind sich die Parks darin, dass die Besucherzuwächse sowohl den angenehmen Wetterbedingungen wie auch dem veränderten Reiseverhalten aufgrund der Wirtschaftskrise zu zuschreiben sind.
Der Movie Park Germany zählte 120.000 Besucher mehr – 1,26 Mio. Besucher durchschritten die Eingangstore des Filmparks in Bottrop, was einem Zuwachs von zehn Prozent gegenüber 2008 entspricht. Seit seinem Tief im Jahr 2006 konnte der Park damit über 45 Prozent mehr Gäste willkommen heißen. Als Highlight gilt das Halloween Event, zu dem über 170.000 Besucher kamen - 27.000 allein am 31. Oktober. 2010 wird ein Entertainment-Jahr im Movie Park Germany – andere Investitionen sind momentan nicht geplant. Vor allem neue Shows und Street-Entertainment sollen dem Park Anziehungskraft verleihen und noch mehr Hollywood ins Ruhrgebiet bringen. (Ein Tribut, der wohl hauptsächlich den Übernahmeverhandlungen zuzuordnen ist, in denen sich der Park seit einigen Monaten befindet.)
1,6 Mio. Besucher kamen in den Heide-Park Soltau: 200.000 mehr als noch ein Jahr zuvor. Für 2010 geht das Management des Parks von einer Stabilisierung auf dem jetzigen Niveau aus. Zwei Mio. Euro investierte die Merlin Gruppe 2009 in den norddeutschen Park für den Bau des „Mayatals“. Im Zuge des guten Saisonergebnisses nutzt der Konzern die Marktlage für weitere Investitionen in Höhe von rund drei Mio. Euro, die vor allem in den neuen Themenbereich „Bucht der Totenkopf-Piraten“ fließen. Im Mittelpunkt des neuen Bereichs steht eine interaktive Wasserattraktion, ein Splash Battle („ToPiLauLa-Schlacht“) von Mack Rides.
Die Familie Fischer vom Erlebnispark Tripsdrill sieht einen eindeutigen Trend zu mehr nationalen Kurzurlauben. Mehr als fünf Prozent zusätzliche Besucher führten zu insgesamt 650.000 Besuchern in der Saison 2009. Diesem Trend kommt man in diesem Jahr mit dem ersten Übernachtungsangebot entgegen. Etwa eine Mio. Euro werden die gemütlich rustikalen Schäferwagen und Baumhäuser kosten, die neben dem Wildpark zurzeit entstehen.
Der „Fluch von Novgorod“ wurde zum Segen für den Hansa-Park. Andreas Leicht bewies mit der Investition in die Achterbahn ein gutes Gespür und konnte über 1,3 Mio. Besucher in der letzten Saison begrüßen, was einem Zuwachs von mehr als zehn Prozent entspricht. Für 2010 ist man diesbezüglich etwas zurückhaltender. Dennoch wird die Zukunft der Freizeitbranche auch im Hansa-Park eher optimistisch bewertet. In die Bauabschnitte 2 und 3 der Themenwelt „Hanse“ fließen in diesem Jahr über zwei Mio. Euro.
Um bei schlechtem Wetter den Übernachtungs- und Tagesgästen des Ferienzentrums Schloss Dankern noch mehr bieten zu können, als bisher mit dem Spaßbad Topas und dem Spielland möglich war, entschied sich die Familie Landsberg-Velen zum Bau der Indoor-Erlebniswelt, die 2009 eröffnet wurde. 185.000 Tagesbesucher kamen zwischen März und Oktober in den Freizeitpark und das Spaßbad. Und 138.915 Übernachtungsgäste (6,4 Prozent mehr als 2008), die einen Urlaub im Ferienzentrum verbrachten, generierten 2009 rund 680.000 Übernachtungen. Friedhelm Freiherr von Landsberg-Velen freute sich über die durchschnittlich fünf Prozent mehr Besucher und geht 2010 von einer Stabilisierung auf gleichbleibendem Niveau aus. Nach der Übernahme der bis Ende 2008 noch verpachteten Gastronomie, wird für 2010 eine weitere Verbesserung des gastronomischen Angebotes geplant. Knapp eine Mio. Euro fließen in den Neubau eines „Strandcafés“ und in die „Aufrüstung“ der beliebten Wasserski-Anlage.
Im bayrischen Geiselwind zog es 494.000 Menschen und damit knapp zehn Prozent mehr als in der letzten Saison in das Freizeit-Land. Für die bevorstehende Saison geht man davon aus, das hohe Niveau halten zu können. Lediglich in der Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft befürchtet man ein etwaiges Minus gegenüber dem Vorjahr. Nach dem 4D-Motionkino und dem Familien-Riesenrad im letzten Jahr wird nun in ein Kontiki-Karussell sowie in neue Shows investiert.
Auf neue Spielanlagen konzentriert sich der Freizeitpark Lochmühle auch für dieses Jahr. Nach verschiedenen Spielanlagen im vergangenen Jahr werden aktuell ein Bauernhofspielplatz sowie ein Kletterkastell errichtet. Wie bereits im letzten Jahr sollen auch 2010 dafür wieder rund 200.000 Euro investiert werden. Nach einem Besucherzuwachs von über fünf Prozent auf 270.000 geht Christine Zwermann-Meyer vom Freizeitpark Lochmühle von einer Stabilisierung der Besucherzahlen für 2010 aus.
Der Europa-Park, als Deutschlands Branchenprimus, zählte inklusive Wintersaison weit über vier Mio. Besucher an den Drehkreuzen. Bereits im Herbst feierte der Park mit zweistelligen Zuwachsraten die beste Sommersaison seit seiner Gründung. Dabei erwies sich der neue Familien-Launch-Coaster „blue fire“ als wahrer Publikumsmagnet. Mehr als 2,5 Mio. Fahrten mit blue fire wurden allein in der Sommersaison registriert. Die Rate der Besucher, die immer wieder in den Europa-Park kommen, liegt bei 80 Prozent. Und die Auslastung der vier Erlebnis-Hotels lag mit deutlich mehr als 90 Prozent erneut über der des Vorjahres. Die Planung für ein weiteres Hotel ist bereits angelaufen. Leicht rückläufig entwickelte sich allerdings das Buchungsverhalten im Bereich Firmenveranstaltungen – sicher eine Auswirkung der Wirtschaftskrise, da große Unternehmen die Budgets für Sonderveranstaltungen stark zurück gefahren haben. Für 2010 geht man im Europa-Park von einer Stabilisierung auf hohem Niveau aus. Blue fire erhält 2010 eine vorgelagerte Sponsorenhalle von Gazprom, durch die die Warteschlange geführt wird. Darüber hinaus wird der neue Themenbereich Island an die Monorail-Strecke angeschlossen. Und „Whale Adventures-Splash Tours“, ein Splash Battle von Mack Rides, wird 2010 zudem das Attraktionsangebot des isländischen Themenbereiches ergänzen. Für den geschäftsführenden Gesellschafter Roland Mack steht fest, dass die Branche weiterhin auf Qualität und Nachhaltigkeit setzen muss, um im Wettbewerb zu bestehen.
(…)
Den kompletten Beitrag können Sie in der Printausgabe von EAP Heft 2/2010 lesen.
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