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Samstag, 11. September 2010clear (1K)
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Projekt Aquilo



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"Nachhaltiges Lernen in Erlebniswelten" &
"Projekt Aquilo"

 

Wie kann man das informelle Lernen in Erlebniswelten anregen und entwickeln? Was können Erlebnismuseen, Science Center, Zoos und Themenparks tun, um aus flüchtigen emotionalen Eindrücken nachhaltig in Erinnerung bleibende Erfahrungen zu schaffen? Mit diesen und weiteren Fragen zur Entwicklung von Lernorten in der Freizeit befassten sich zwei Fachtagungen des Instituts für Freizeitwissenschaft und Kulturarbeit e.V., Bremen.

 

Vor mir liegen zwei unter Leitung von Prof. Dr. Renate Freericks herausgegebene und vom IFKA verlegte Bände: ein Reader mit dem Titel "Nachhaltiges Lernen in Erlebniswelten? Modelle der Aktivierung und Qualifizierung" (Band 1) und die von Institutsmitarbeitern geschriebene Arbeit "Projekt Aquilo. Aktivierung und Qualifizierung erlebnisorientierter Lernorte" (Band 2). Um die entscheidende Frage ("Taugt das was oder nicht?") vorwegzunehmen, ein klares JA - jeder verantwortliche Manager, Park- oder Thermeneigentümer und all jene, die auf dem Weg dorthin sind, sollten diese beiden Arbeiten in ihrer Handbibliothek haben und sich im nächsten Urlaub für zwei Tage Buchlektüre incl. Drüber-Nachdenken von Familie und HalliGalli "abseilen". Es lohnt, wenn Sie für Ihre Arbeit und Ihren Betrieb neue Impulse erhalten wollen - Gedanken, Untersuchungen und Analysen nachlesen (oder zumindest überfliegen) wollen, die Sie anderswo nicht finden, von guten Erfahrungen anderer hören wollen, die Ihnen kein Präsentierteller reicht.

 

Mitgearbeitet an dem Langzeit-Projekt (2003 bis 2005) haben unter Leitung des rührigen o.g. Bremer Instituts u.a. Klaus-Michael Machens (VDFU-Präsident und Zoodirektor von Hannover), Michael Kreft (Europa-Park, Rust), Hannes W. Mairinger (Heidepark Soltau), Antje Damerau (potts park, Minden), Dr. Kerstin Haller (Universum Management Gesellschaft, Bremen), Prof. Dr. Wolfgang Nahrstedt (Universität Bielefeld - Institut für Freizeitwissenschaft und Kulturarbeit), Prof. Dr. Hermann Schäfer (Haus der Geschichte, Bonn), Prof. Dr. Rainer Brödel (Westfälische Wilhelms-Universität, Münster), Dr. Lars Wohlers (Universität Lüneburg - Institut für Umweltkommunikation) - wie auch Petra Probst und Christian Ahuis (beide "EAP"). Der so zustande gekommene interdisziplinäre Dialog hat reichlich Früchte getragen. So werden beispielsweise im Band 2 unter dem Stichwort "Beschreibungen der Lernszenarien" die entsprechenden Beobachtungen und Erfahrungen in vergleichbarer Weise festgehalten an den Beispielen Legoland Günzburg, CentrO,Park Oberhausen, potts park Minden, Heide-Park Soltau, Europa-Park Rust, Biosphäre Potsdam, botanika bremen, Zoo Osnabrück, Zoo Hannover, Zoo Leipzig, Jahrtausendturm Magdeburg, Universum Science Center Bremen, Deutsches Hygiene Museum Dresden, Heinz Nixdorf MuseumsForum Paderborn.

 

Auffällig oft wird in den Bänden Bezug auf die "Science Days" des Europa-Park Rust genommen - und im Gastbeitrag von Dr. Ulrich Reinhardt vom BAT-Freizeitforschungsinstitut gibt die BAT-Untersuchung zum Thema "Was war sein Geld wert?" hochinteressante Einblicke - auch im Vergleich zur gleichen Befragung aus dem Jahre 1998. Aber auch ganz praktische Fragen wie z.B. nach effizienter und anregender Beschilderung werden thematisiert - ein kleines Detail, das leider oft unterbelichtet bleibt in mitteleuropäischen Freizeitanlagen.

 

Um es nochmals zu wiederholen: Die Lektüre lohnt - auch wenn die visuelle Aufmachung der beiden Bände eher bescheiden in der Bewertung ausfällt. Das Layout ist "very handmade" und die Cover ... ach, lassen wir das. Der Inhalt stimmt und ist sicher in vielen Punkten nicht nur anregend, sondern auch wegweisend. Zudem darf man als Leser auch mal anderer Meinung sein - das bleibt nicht aus im lebendigen Diskurs zwischen Praktikern & Theoretikern. Und das ist gut so!

 

Noch ein Tip: Bevor Sie Ihre örtliche Buchhändlerin nach dem Titel (möglicherweise erfolglos) in die Spur schicken, empfehle ich für Interessenten die sofortige Kontaktaufnahme mit dem Herausgeber-Institut in Bremen via Internet: www.ifka.de oder per eMail: info(at)ifka.de - von dort sendet man Ihnen die beiden Bände sicher umgehend zu (Ladenpreise: Band 1 - 17,80 Euro; Band 2 - 21,80 Euro).

 

Zum Band  "Nachhaltiges Lernen in Erlebniswelten":

Aus dem Backcover-Text: "Der Tagungsband dokumentiert die Vorträge und Workshopbeiträge zu den Chancen informeller Lernorte in der Wissensgesellschaft, zur Gestaltung von lernförderlichen Medien, zu psychologischen und bildungstheoretischen Aspekten. Eine Förderung des informellen Lernens im Rahmen von Erlebniswelten ist möglich. Vielfältige Arrangements, Lern-Events oder Angebote mit personaler Vermittlung lassen sich entwickeln und stoßen bei den Besuchern auf Akzeptanz. Viel mehr als heute bereits realisiert erscheint möglich, und eine stärkere Vernetzung von Erlebniswelten und Bildungseinrichtungen ist anzustreben."

 

Aus dem Inhalt:

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung - Prof. Dr. Gerhard de Haan

Schule und Erlebniswelt - Dr. Ingrid Kemnade

Erleben : Lernort = Erleben : Lernen? - Zur Psychologie informellen Lernens - Prof. Dr. Holger Höge

Bedeutung und Botschaft statt Bruchstücke und Bauchladen - Dr. Lars Wohlers

Science Days. Nachhaltiges Lernen in Erlebniswelten - Joachim Lerch

Museumspädagogik im Überseemuseum Bremen - Dr. Wiebke Ahrndt & Anna Bolduan

Fünf Thesen zum Marketing in Erlebniswelten - Stephan Cimbal

Erlebnisorientierte Lernorte. Möglichkeiten und Perspektiven - Prof. Dr. Renate Freericks & Dr. Dieter Brinkmann

Informelles Lernen in der Freizeit - Prof. Dr. Dieter Kirchhöfer

Kann man nachhaltiges Lernen attraktiv machen? - Prof. Dr. Rainer Dollase

Das Potenzial von repräsentativen Internetseiten für das nachhaltige Lernen in Freizeiterlebniswelten - Steffen Rußler

Cybernarium: Potenzial digitaler Erlebniswelten für die Wissensvermittlung - Rolf Kruse & Dr. Torsten Fröhlich

Entspannung, Thrill, Erlebnis, Vergnügen, ... Bildung? Was Besucher in künstlichen Erlebniswelten suchen und finden - Dr. Ulrich Reinhardt

Emotionen und Lernen. Was bewegt? - Prof. Dr. Hermann Schäfer

Strategien für die Gestaltung von Freizeit-Lernumgebungen. Projekte und Erfahrungen des WWF in der Zusammenarbeit mit dem Europa-Park in Rust - nach Margret Mennenga

Lange Nacht der Sterne. Wissensvermittlung im Kontext eines Großevents - nach Frank Plümer

Lernen in Netzwerken - am Beispiel der Science Days im Europa-Park - Joachim Lerch

 

Zum Band "Projekt Aquilo":

Aus dem Backcover-Text: "Die Kernidee des Projektes Aquilo war es, die Potenziale von Freizeit-Erlebniswelten für ein nachhaltiges Lernen zu aktivieren und die Ansätze für eine Förderung der informellen Bildung in Freizeitzusammenhängen zu qualifizieren. Familien, Erwachsene und Schulklassen sollten dabei auf unterhaltsame und erlebnisreiche Weise für ein Lernen in der Freizeit, in Themenparks, in Zoos, Science Centern und Museen gewonnen werden. (...) Der Projektband dokumentiert die vielfältigen Ansätze und Aktionen, gibt Einblick in die Ergebnisse und die vertiefenden Analysen der Begleitforschung und zeigt Perspektiven für eine Förderung des informellen Lernens in Erlebniswelten auf. (...) Die Evaluation zeigt insgesamt: Eine weitere Aktivierung und Qualifizierung informellen Lernens im Rahmen von Erlebniswelten ist möglich, und entsprechende Angebote stoßen bei den Besuchern auf Akzeptanz. Angestrebt werden sollte ein nachhaltiges Lernen, idealer Weise bezogen auf gesellschaftliche Zukunftsfragen, eine individuelle Kompetenzentwicklung und die Eröffnung von Möglichkeiten für eine informelle Bildung. Wichtig wird ebenso die Zusammenarbeit von Freizeit-Erlebniswelten und weiteren Partnern in einem Lernnetzwerk."

 

Aus dem Inhalt:

Ansätze von Lernszenarien

Erfolgsfaktoren und Strategien

Analyse der Grundtypen von Lernszenarien

Strukturen des Erlebnisraums und Prinzipien für die Gestaltung von Lernszenarien

Ausgewählte Bedingungsfaktoren für selbstgesteuertes informelles Lernen

Nachhaltige Lerneffekte

Modell für eine Förderung eines nachhaltigen Lernens in Erlebniswelten

 

 

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