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Samstag, 04. September 2010clear (1K)
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Heft 4 / 2010


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Inhalt
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„Yukon Bay“ – der ewige Ruf der Wildnis

 

 

Pures Kanada-Feeling im Erlebnis-Zoo Hannover

 


Am Pfingstsamstag öffnete mit „Yukon Bay“ die siebte Themenwelt im Erlebnis-Zoo Hannover. Übers gesamte Pfingstwochenende konnte der beliebte Zoo 40.000 Besucher registrieren – ein, dank vor allem Yukon Bay, grandioser Besucherrekord! Und schon wird der neue Themenbereich,  wie auch der gesamte Zoo, mit reichlich Superlativen bedacht – von Professionals, Besuchern und Medien.


(…)


Der Visionär
Klaus-Michael Machens hat hartnäckig und zäh um diesen siebten Themenbereich gekämpft. Es ist maßgeblich sein Verdienst, dass der Zoo Hannover sich heute so präsentiert wie er ist. In ganz Europa gibt es im Bereich Tierpräsentation kaum Vergleichbares. Die ZOOM Erlebniswelt in Gelsenkirchen und der Zoo Leipzig folgen seit einigen Jahren dem Hannoveraner Vorbild mit ihren Plänen und Projekten. Zu erwarten ist freilich, dass aufgrund der (Besucher-)Erfolge in Hannover weitere Zoos folgen werden und das dortige Konzept in Teilen (mehr oder minder intelligent und professionell) adaptieren werden. Aber auch das darf als Bestätigung und Lob für Machens, für seine Vision und Innovationskraft, mit der er seit Mitte der 90er Jahre die europäische Zoolandschaft in kreativen Aufruhr versetzt hat, gewertet werden.


(…)


Yukon Bay bildet dabei den krönenden Abschluss von 15 Jahren Arbeit hin zu einem Zoo mit Leuchtturmcharakter für ganz Europa! Der Zoo konnte unter Machens Leitung die Besucherzahlen auf 1,2 Mio. Gäste nahezu verdoppeln … mit der Eröffnung von Yukon Bay hofft Machens auf weitere 200.000 Besucher jährlich.


(…)


Übrigens: Auch hinsichtlich gastronomischer Angebote hebt sich der Zoo Hannover quantitativ und qualitativ von den meisten anderen Zoos positiv ab. Machens vertritt hierbei eine sehr verantwortungsvolle, jedoch in der Liga der Zoodirektoren nicht unbedingt mehrheitsfähige Position – auf der Zoo-Website heißt es dazu: „Im Unterschied zu anderen deutschen Zoos in öffentlicher Trägerschaft bilden die Eintrittsgelder sowie Einnahmen aus Souvenir-Shops, Gastronomie und Service-Angeboten die wesentliche Basis zur Finanzierung der Investitionen.“


Machens sieht seinen Erlebnis-Zoo sehr selbstverständlich als Wirtschaftsunternehmen – er verfolgt sowohl ideelle und kulturelle Ziele und agiert gleichzeitig in der Logik eines professionellen Wirtschaftsunternehmens. Ihm gelingt die Symbiose zweier Aspekte, die in der veröffentlichten Meinung gerne als konträre und nicht oder nur sehr beschränkt miteinander zu vereinbarende Ziele dargestellt werden. Da das Thema Sparen gerade derzeit so hochaktuell und brisant ist: Das Modell Machens zeigt, wie Einrichtungen mit klar definierter kultureller Ausrichtung (Stichwort Bildungsauftrag!) langfristig in wirtschaftliche Selbstverantwortung hin entwickelt werden können mit dem Ziel, am Ende des Entwicklungsweges auf jährlich immer wieder neu fließende Subventionen gänzlich verzichten zu können oder diese auf ein Minimum zu reduzieren.


(…)
Was Machens an Entwicklungsmöglichkeiten der Einrichtung Zoo aufgezeigt und erfolgreich umgesetzt hat, mag derzeit noch nicht allumfänglich bewusst sein. (…)


Die Yukon Bay
Nach den Themenbereichen „Sambesi“, „Dschungelpalast“, „Meyers Hof“, Gorillaberg“, „Mullewapp“ und „Outback“ (der zu Saisonbeginn 2010 auf einer Fläche von 5.300 Quadratmetern eröffnete …) wurde zu Pfingsten nach 30-monatiger Bauzeit das 22.000 Quadratmeter große Areal Yukon Bay den Besuchern übergeben. Es bietet für mehr als 100 Tiere in 15 Arten eine neue Heimat, darunter Eisbären, Dunkle Timberwölfe, Schnee-Eulen, Waldbisons, Nördliche Seebären, Polarfüchse und Präriehunde. (…) Der Generalplaner, das Berliner Architekturbüro Dan Pearlman, zauberte in enger Abstimmung mit den Zooverantwortlichen die Yukon Bay-Welt Hannover, eine Welt, die dem kanadischen Original authentisch nahe ist. Authentizität – ein Markenzeichen von Dan Pearlman … so wie das gekonnte Story Telling! (Siehe hierzu auch unseren ausführlichen Beitrag in EAP, Heft 1/2010.) Als „Blaupause“ fürs Ganze diente Dawson City - ein Marktflecken mit grade mal noch gut tausend heimischen Abenteurerseelen -, nur rund 200 Kilometer südlich des Polarkreises, wo sich Yukon und Klondike River vereinen. Eine stets raue Gegend, in der sich die Zeit aber zumeist viel Zeit lässt: Kommt es dort zu einem Verkehrsstau, ist ein Elch Schuld … oder ein Bär, der einfach auf der Straße stehen bleibt.


Die einstige Goldgräberhochburg Dawson City wird Jahr für Jahr zur Sommerszeit von zahlreichen Abenteurern im Geiste (heim-)gesucht. Von Kerlen, die für ein paar Tage oder Wochen dem (mitunter allzu) bürgerlichen Alltag entfliehen wollen in der vagen Hoffnung, in den Flusstälern der Umgebung dem Glück in Form von ein oder zwei Gold-Nuggets begegnen zu können … um sich als Mann auf diese Weise quasi neu zu erfinden. Jack London lässt grüßen! Der romantische Hauch des Verwegenen und des steten Abenteuers umweht nahezu ehrfurchtsvoll die Namen Dawson City, Yukon, Klondike, Bonanza Creek und wie sie alle heißen mögen. Daher: Ein` bessern Ort als das kanadische Goldgräberkaff  hätt` man als Vorlage nicht finden können fürs (Zoo-)Abenteuer … in Hannover!


Mit dem gestrandeten Schiff, richtiger dem Schiffswrack „Yukon Queen“ im Hafenbecken findet Yukon Bay seinen dramaturgischen Höhepunkt: Von einer Unterwasserplattform aus können die Besucher teils hautnah (nur durch mehrere Zentimeter starke „Fensterscheiben“ getrennt) das Treiben der Eisbären im stets wellenden Salzwasser verfolgen ... An einem andern Punkt von Yukon Bay musste eine kreative Lösung für die Trennung der Areale von Bisons und Karibus gefunden werden. Da, wo sonst üblicherweise ein Zaun-, Gitter- oder Mauerbauer sein Handwerk verrichtet hätte, um das Ziel der tierischen Trennung manifest zu machen, platzierten die kreativen Weltenerschaffer von Dan Pearlman den originalgetreuen Nachbau einer Dampflok samt Waggons aus dem Yukon Territory. Und schon – manche Dinge sind ganz einfach! – können die Bisons den Karibus nicht mehr ans zarte Leder! Die Lokomotive anno 1899 wiederum hat auch eine Geschichte, eine – wenn man ihr Glauben schenkt – recht witzige … womit rasch Geschichte zu Geschichte kommt, die allesamt wiederum neue Geschichten begründen helfen. Im Moment jedoch – und das ist entscheidend und Anlass dieser Zeilen – hat der Erlebnis-Zoo Hannover Geschichte geschrieben, große Zoo-Geschichte!

 



Den kompletten Beitrag können Sie in der Printausgabe von EAP Heft 4/2010 lesen.

 

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