Nachrichten
14.01.2010

Nürburgring in Turbulenzen

Der Mitte vorigen Jahres mit reichlich selbstverschuldeter medialer Aufmerksamkeit eröffnete Nürburgring-Freizeitpark kommt nicht aus den Schlagzeilen. Wir hatten Ihnen die gesamte Anlage und deren desaströs gescheiterte Privatfinanzierung in unseren Printausgaben ausführlich und zeitnah vorgestellt. - Im Dezember wurde nun Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz fristlos entlassen. Er war 15 Jahre in dieser Position – nach Medienangaben hatte er erst im Frühjahr 2009 seinen Geschäftsführer-Vertrag um weitere Jahre verlängert bekommen. Kafitz soll, ohne den eigenen Aufsichtsrat über die kritische finanzielle Situation der Nürburgring-Teilgesellschaft Cash Settlement & Ticketing (CST) zu informieren, der CST angeblich 5,6 Mio. Euro überwiesen haben, um auf diese Weise deren Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Die CST soll bargeldloses Bezahlen im Park ermöglichen. - Gemäß einem neuen Konzept der rheinland-pfälzischen Landesregierung zieht sich die Nürburgring GmbH aus dem operativen Geschäft der Anlage zurück. Dieses wird dem Vernehmen nach nun in die Verantwortung der Hotelgruppe Lindner und der Mediinvest GmbH übergeben, die wie auch Lindner bereits mit diversen Engagements am Nürburgring involviert ist. - Zudem hätten sich – nach Angaben des FDP-Landtagsabgeordneten Günter Eymael – die Gesamtkosten für die Errichtung der Freizeitanlage wohl auf rund 350 Mio. Euro aufsummiert, was von SPD-Wirtschaftsminister Hering zurückgewiesen wird. – Sorgen bereiten auch die äußerst niedrigen Besucherzahlen: Ein besonders düsteres Bild hinsichtlich der Besucherzahlen beschrieb der Bonner „General-Anzeiger“ kurz vor Weihnachten unter der Überschrift „Nürburgring: Leere in der Grünen Hölle“. Der bereits erwähnte FDP-Landtagsabgeordnete Eymael sprach gar davon, dass nicht einmal „50 Prozent der prognostizierten Besucher“ auf dem Nürburgring seien, wie die „Rhein-Zeitung“ im Dezember schrieb. – Zu guter Letzt war es im November zu einem gottlob zwar folgenlosen, aber dennoch peinlichen Zwischenfall gekommen: Während einer Vorführung vor rund einer Handvoll Besuchern war im Multimedia-Theater „Grüne Hölle“ ein Metallrohr aus der Kulisse auf die Drehscheibe des Theaters gefallen. (eap)