Nachrichten
23.11.2008

Bad Cannstatt: Mobilitäts- und Erlebniszentrum

Der Wissenspark mit einem neuen Planetarium (erwartete 400.000 Besucher p.a.) im Stuttgarter Stadtteil Bad Cannstatt läuft Gefahr, auf die lange Bank geschoben zu werden. 25 Mio. Euro von Seiten der Stadt Stuttgart sind zwar für das Projekt, das ursprünglich 2010/2011 eröffnen sollte, zugesagt, doch die Betreiberauswahl wird wegen einer fehlerhaften Ausschreibung neu aufgerollt. Der Architektenwettbewerb ist vorerst gestoppt worden, berichtet die „Stuttgarter Zeitung“ vom 5.11. Die Stadt Stuttgart erklärte zu der Entscheidung: „Dr. Carlo Petri, bislang der Erstplatzierte bei der Betreibersuche für das Mobilitäts-Erlebniszentrum in Bad Cannstatt, ist aufgrund eines Formfehlers bei seiner Bewerbung aus dem Verfahren zu nehmen. Dies entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe. Petri hatte im Sommer dieses Jahres mit einer attraktiven inhaltlichen Konzeption für das künftige Science Center sowie mit seinen wirtschaftlichen Vorstellungen den Beirat Mobilitäts-Erlebniszentrum überzeugen können. Am 17. Juli 2008 hatte der Gemeinderat der Landeshauptstadt dann beschlossen, mit der Petri & Tiemann GmbH die notwendigen Verträge zu verhandeln. Gegen diesen Beschluss stellte die zweitplatzierte Bietergemeinschaft einen Nachprüfungsantrag bei der Vergabekammer Baden-Württemberg, der in allen Punkten zurückgewiesen wurde. Das OLG Karlsruhe hat nunmehr allerdings die Entscheidung der Vergabekammer aufgehoben. Dagegen kann keine Berufung eingelegt werden. Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster: ‚Ich bedauere diese Entscheidung, auch wenn ich sie zu akzeptieren habe. Carlo Petri hat in Bremen bewiesen, dass er ein Science Center kompetent und erfolgreich betreiben kann. Seine konzeptionellen Vorstellungen wurden insbesondere wegen ihres pädagogischen Anspruchs von einer breiten Mehrheit des Beirats und des Gemeinderats präferiert.’ Noch liege keine schriftliche Begründung des Beschlusses vor. Bei der mündlichen Verhandlung habe sich aber gezeigt, dass es letztlich darum gegangen sei, dass sich Carlo Petri als Mehrheitsgesellschafter der Petri & Tiemann GmbH und als alleiniger Gesellschafter der Universum Betriebs-GmbH um eine Teilnahme am Wettbewerb beworben habe. Das Angebot habe er dann aber nur mit der Petri & Tiemann GmbH abgegeben. ‚Seine Absicht, in Stuttgart keine Filiale seines Bremer Universums zu gründen, sondern hier mit der Petri & Tiemann GmbH eine eigene Betriebsgesellschaft mit neuen Arbeitsplätzen aufzubauen, war ausschlaggebend für die rein formal begründete Entscheidung’, so der Oberbürgermeister.“ (eap)