01.05.2026

„Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen

„Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen

Ein urzeitlicher Riesenhirsch, Wolfsgeheul, preisgekrönte großformatige Bilder, der schlafende Bär und dazu eine überdimensional große Indoor-Lichtskulptur – die Ausstellung „Mythos Wald“ im Gasometer Oberhausen erweckt die Wälder dieser Welt zum Leben.

(eap) Aktuell und noch bis zum 30. Dezember nimmt der Gasometer Oberhausen seine Besucher mit in die Schönheit und Komplexität von Wäldern. In verschiedenen Abschnitten beleuchtet die Ausstellung „Mythos Wald“ die Vielfalt der Waldgebiete, deren Ökosysteme so unterschiedlich sind wie die Klimazonen, in denen sie vorkommen. Neben Exponaten – u.a. vom Museum Koenig in Bonn, dem LWL-Naturkundemuseum Münster und dem Ruhr Museum in Essen – stützt sich die Ausstellung auf eindrucksvolle audiovisuelle und interaktive Installationen, darunter auch die – nach Angaben des Gasometers – größte Indoor-Lichtskulptur der Welt.

Mythos Wald im Gasometer Oberhausen © Foto: Thomas Wolf, Gasometer Oberhausen GmbH „Unsere neue Ausstellung ‚Mythos Wald‘ ist der dritte Teil einer Trilogie, die mit ‚Das zerbrechliche Paradies‘ im Jahr 2021 begann, gefolgt von ‚Planet Ozean‘ in 2024“, erklärt Jeanette Schmitz, Kuratorin und Geschäftsführerin des Gasometers Oberhausen. „Gemein ist allen drei Ausstellungen die ungewöhnliche Kombination aus wissenschaftlichen Fakten und künstlerischer Umsetzung. Und so dokumentiert Mythos Wald neben den Folgen des Klimawandels auch wieder nachhaltige Lösungsansätze und schafft ein Bewusstsein für unsere Erde als schützenswertes Ökosystem.“

Die audiovisuelle Installation „Global Sunrise“ lässt Besucher den Tagesanbruch in Wäldern auf fünf verschiedenen Kontinenten miterleben. Die Naturklänge wurden von Chris Watson, Spezialist für Naturklangaufnahmen, eingefangen und von Soundkünstler Tony Myatt zu einem raumgreifenden Erlebnis inszeniert. Theresa Baumgartner, Verena Bachl und Karsten Schuhl übersetzten die morgendlichen Klangwelten in eine poetische Illumination. Baumartige Lichtobjekte formen dabei einen Waldrand, durch den sanft die ersten Sonnenstrahlen wandern. Entwickelt wurde das Gesamtkunstwerk vom Berliner Studio OCEANS21.

Mythos Wald im Gasometer Oberhausen © Foto: Thomas Wolf, Gasometer Oberhausen GmbH Eine weitere Station ist das interaktive Exponat „Der lebendige Wald“, mit dem das Environmental Systems Research Institute sichtbar macht, wie durch Erdbeobachtung und künstliche Intelligenz Veränderungen in Wäldern erfasst werden können – von großflächiger Abholzung bis zu Stresssignalen auf Blattebene. Einen Blick auf das Amazonasbecken bieten zudem Aufnahmen des renommierten Fotografen Sebastião Salgado (†), der mit seiner Kamera nicht nur den Regenwald, sondern auch die indigenen Gesellschaften, die diesen prägen und bewahren, festhielt. In der industriellen Atmosphäre des Gasometers machen Salgados Schwarz-Weiß-Bilder als Slideshow die Vielfalt wie auch die Verletzlichkeit des Amazonas sichtbar.

Den dramaturgischen Höhepunkt bildet eine bislang noch nie realisierte Kunstskulptur: „Der Baum“ ermöglicht einen besonderen Blick aus dem plastisch gestalteten Wurzelwerk in die 35 Meter hoch gen Gebäudedecke des Gasometers aufsteigende Baumkrone. Erschaffen wurde die Installation vom österreichischen Unternehmen Ars Electronica Solutions. Die Seilkonstruktion, über die sich insgesamt 2,8 Kilometer lange LED-Stränge erstrecken und die Wurzeln des Baumes darstellen, wurde von der Berliner Seilfabrik geliefert, die in der Freizeitindustrie vor allem für ihre Seilspielgeräte bekannt ist. Musikalisch untermalt wird „Der Baum“ durch eine Komposition von Rupert Huber.

Die Ausstellung Mythos Wald wurde unter Leitung von Jeanette Schmitz gemeinsam mit Thomas Wolf und Nils Sparwasser kuratiert. ■

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