„UrbanWave“: Zwei Konzepte für das Stadtbad der Zukunft ausgewählt
Im Rahmen des Innovationswettbewerbs „UrbanWave – Stadtbad der Zukunft“ wurden zwei Modernisierungskonzepte für kommunale Hallenbäder in Hamburg und Magdeburg für die nächste Wettbewerbsphase ausgewählt. | Foto: Marcus NG / Unsplah
(eap) Wie können kommunale Schwimmbäder energetisch modernisiert werden und dabei wirtschaftlich, nutzerfreundlich und architektonisch überzeugen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Innovationswettbewerb „UrbanWave – Stadtbad der Zukunft“, der Teil des 8. Energieforschungsprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) ist. Ziel ist es, den Energiebedarf bestehender Schwimmbäder deutlich zu reduzieren und eine klimaverträgliche Energieversorgung sicherzustellen. Als Orientierung dienen ambitionierte Zielwerte: Nach ihrer Modernisierung sollen die Bäder einen spezifischen Wärmebedarf von 1.200 Kilowattstunden und einen Strombedarf von 400 Kilowattstunden pro Quadratmeter Beckenwasserfläche und Jahr erreichen.
Nun hat eine vierköpfige Fachjury zwei von insgesamt fünf teilnehmenden Teams für die nächste Wettbewerbsphase ausgewählt: Die Teams „KliMoPlanElbe“ und „NetZero Olvenstedt“ überzeugten mit ihren Modernisierungskonzepten für Hallenbäder in Hamburg und Magdeburg und qualifizierten sich damit für die anschließenden Umsetzungs- und Betriebsphasen.
Das Team KliMoPlanElbe entwickelte ein umfassendes energetisches Modernisierungskonzept für das Schwimmbad Elbgaustraße in Hamburg (Bäderland Hamburg-Gruppe). Dieses kombiniert die Sanierung der Gebäudehülle mit einer Erneuerung der Anlagen-, Lüftungs- und Wassertechnik. Für die künftige Wärmeversorgung wurden sowohl eine dezentrale Wärmepumpenlösung als auch die mögliche Anbindung an ein Nahwärmenetz untersucht. Eine neuartige, abwärtsgerichtete Luftführung soll zudem den Wärmebedarf des Schwimmbeckens reduzieren. Ergänzend ist die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem Dach und über den Parkflächen vorgesehen, um Strom direkt vor Ort zu erzeugen. Ein digitaler Zwilling soll zudem unterschiedliche Nutzungsszenarien abbilden und die Optimierung des späteren Betriebs unterstützen.
Auch das Team NetZero Olvenstedt setzt bei seinem Konzept für die Schwimmhalle Magdeburg-Olvenstedt auf eine Kombination aus baulichen und technischen Maßnahmen. Vorgesehen sind unter anderem neue Fenster sowie Photovoltaikanlagen auf Dach und Fassade. Eine Besonderheit ist die geplante digitale Betriebsführung: Mithilfe von Sensoren, Unterzählern und einer zentralen Automatisierungs- und Regelungstechnik sollen Energieverbräuche kontinuierlich erfasst, analysiert und die technischen Systeme optimal aufeinander abgestimmt werden. Die Jury würdigte insbesondere die Verknüpfung klassischer Sanierungsmaßnahmen mit einer intelligenten digitalen Infrastruktur. Da die Schwimmhalle einem standardisierten Gebäudetyp entspricht, bietet das Konzept zudem Potenzial für die Übertragung auf vergleichbare kommunale Bäder.
Mit ihrer Auswahl können beide Teams nun Förderanträge für die anschließenden BUILD- und OPERATE-Phasen vorbereiten. In der BUILD-Phase sollen die entwickelten Modernisierungskonzepte im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben praktisch umgesetzt werden. Die darauffolgende OPERATE-Phase dient der Optimierung des laufenden Betriebs, begleitet von einem übergeordneten Monitoring zur Bewertung der erzielten Ergebnisse. ■