24.08.2026

† Nachruf: „Spielemacher“ Paul Gauselmann verstorben

(eap) Paul Gauselmann, Gründer und über Jahrzehnte Vorstandsvorsitzender der Merkur Group, ist am Freitag, den 21. August, kurz vor Vollendung seines 92. Lebensjahres verstorben. Der gebürtige Westfale baute aus einem Einmannbetrieb einen international tätigen Konzern mit rund 15.000 Mitarbeitenden und einem Gesamtumsatz von 2,1 Milliarden Euro auf.

Als Gauselmann seine unternehmerische Laufbahn begann, führte das gewerbliche Automatenspiel noch weitgehend ein Schattendasein abseits der breiten Öffentlichkeit – ein Image, das er verändern wollte. Im Jahr 1974 eröffnete er im niedersächsischen Delmenhorst seine erste eigene Spielothek, die mit einem für die damalige Branche ungewöhnlich hochwertigen Ambiente und Service neue Maßstäbe setzen sollte. Sein erstes selbst entwickeltes Geldspielgerät, der „Merkur B“, eroberte 1977 den deutschen Markt und war der Startschuss für das rasche Wachstum der Unternehmensgruppe. Es folgten zahlreiche weitere Eigenentwicklungen, hunderte Patente und der Sprung ins internationale Geschäft. Heute ist das von ihm erdachte Markenzeichen – die lachende Merkur-Sonne – weltweit als Spiel- und Glücksspielsymbol bekannt.

Neben dem eigenen Unternehmenserfolg hatte Gauselmann stets auch die Entwicklung der Automatenindustrie insgesamt im Blick. Über 38 Jahre lang prägte er die Branche – 28 davon als Vorstandsvorsitzender des Verbands der Deutschen Automatenindustrie e.V. – und prägte damit die Entwicklung des Wirtschaftszweiges maßgeblich. Darüber hinaus unterstützte Gauselmann zahlreiche Projekte aus den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Gesundheit und gründete die gemeinnützige Paul Gauselmann-Stiftung, aus der später gemeinsam mit seiner Frau Karin die Paul und Karin Gauselmann-Stiftung hervorging. Für sein gesellschaftliches Engagement wurde er 2004 von den Städten Espelkamp und Lübbecke mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet; bereits 2003 war ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen worden.

Ein weiteres Projekt, das eng mit Gauselmann verbunden ist, ist das Schloss Benkhausen. Im Jahr 2010 erwarb Gauselmann das rund 500 Jahre alte und damals sanierungsbedürftige Anwesen nur wenige Kilometer von seinem Wohnhaus entfernt. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten entstand dort ein modernes Schulungszentrum mit Hotelbetrieb. In einer ehemaligen Scheune auf dem Anwesen befindet sich zudem das Deutsche Automatenmuseum – Sammlung Gauselmann.

Paul Gauselmann hinterlässt seine Ehefrau Karin, vier Söhne, neun Enkel und sieben Urenkel. ■

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