10.02.2026

Energiemanagement nach ISO 50001: Thermarium schließt Zertifizierung ab

Energiemanagement nach ISO 50001: Thermarium schließt Zertifizierung ab

Das Energiemanagementsystem des Thermariums wurde nach der internationalen Norm ISO 50001 zertifiziert. Über diesen Erfolg freuen sich (v.l.n.r) Franz Keller (Technischer Leiter), Cindy Reinhold (Assistentin der Geschäftsführung und Qualitätsmanagementbeauftragte) sowie Markus Hoppe (Geschäftsführer des Thermariums).

(eap) Seit November 2023 sind Unternehmen in Deutschland mit einem jährlichen Gesamtenergieverbrauch von mehr als 7,5 Gigawattstunden (GWh) verpflichtet, gemäß Energieeffizienzgesetz ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einzurichten. Nach Erlangen des entsprechenden Status haben die Betriebe dafür maximal 20 Monate Zeit. Die internationale Norm ISO 50001 dient dabei als anerkannter Rahmen für Aufbau, Umsetzung und kontinuierliche Verbesserung eines Energiemanagementsystems und kann über eine Zertifizierung den normkonformen Betrieb nachweisen.

Bundesweit würden derzeit mehrere tausend Unternehmen auf eine entsprechende Zertifizierung warten – darunter auch Thermen, die täglich den Spagat zwischen energieeffizientem Betrieb und dem Anspruch eines hochwertigen Wohlfühlambientes für ihre Gäste meistern müssen. Zu diesen zählt das Thermarium in Bad Schönborn (Baden-Württemberg), das einen jährlichen Energieverbrauch von rund 10 GWh aufweist und den ISO-50001-Zertifizierungsprozess nach 13 Monaten erfolgreich abschließen konnte.

Der Weg dorthin sei insbesondere für kleinere Betriebe eine Herausforderung – vor allem, da der Prozess parallel zum laufenden Betrieb gestemmt werden müsse. „Unser Energie-Team hat wirklich einen Super-Job gemacht“, betont Thermarium-Geschäftsführer Markus Hoppe mit Blick auf das sechsköpfige Projektteam. Im Rahmen der Zertifizierung mussten sämtliche Energieverbraucher systematisch erfasst, deren Verbrauch analysiert sowie betriebliche Prozesse rund um die Ressourcennutzung begutachtet und hinterfragt werden. Zudem galt es, die Belegschaft, Lieferanten und Kunden für einen bewussten Umgang mit Energie zu sensibilisieren sowie einzelne Abteilungen und Anwendungen zu evaluieren und zu optimieren.

„Wir mussten für das Unternehmen eine Art Energiecontrolling einführen“, erklärt Franz Keller, Technischer Leiter des Thermariums. „Im Laufe der Zertifizierung bauten wir die energetische Betriebsblindheit ab.“ Ergänzend wurden zusätzliche Messstellen installiert, deren Daten in das Energiemanagement einfließen. Zwar habe dies zu einer Senkung des Energieverbrauchs geführt, der erhoffte finanzielle Erfolg sei jedoch ausgeblieben. Allein die gestiegene CO2-Bepreisung verursache trotz geringeren Energieverbrauchs Mehrkosten von über 100.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr, so Hoppe.

„Auch wenn wir Energie sparen, gut wirtschaften und steigende Zahlen bei den Gästen und Anwendungen nachweisen, so laufen uns die Energiekosten davon“, erklärt der Geschäftsführer. Im Zuge der Zertifizierung seien die größten Energieverbraucher identifiziert und Maßnahmen zur Reduktion formuliert worden. Rund 90 Prozent des Energiebedarfs entfielen auf die Therme und Sauna, berichtet Keller. „Wir testen nun einzelne Maßnahmen, um auszuloten, welchen Einfluss sie auf die Energiebilanz haben, aber auch, was sie für das Wohlbefinden unserer Gäste bedeuten,“ berichtet Cindy Reinhold, Assistenz der Geschäftsführung. „Manche Besucher haben Verständnis für die Maßnahmen, wie die Schließung des energieintensivsten Außenbeckens im Winter, andere beschweren sich sofort.“

Zugleich betont die Qualitätsbeauftragte, dass die Zertifizierung kein in sich abgeschlossener Prozess sei. „Das Zertifikat gilt für drei Jahre, aber es müssen kontinuierlich Daten gesammelt und dokumentiert, Audits bestanden und fortlaufende Evaluierungen gemacht werden“, so Reinhold. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig auch in bevorstehende Modernisierungsmaßnahmen einfließen. Trotz der Herausforderungen der vergangenen Jahre sieht sich der Wellness- und Gesundheitspark insgesamt auf einem sehr guten Weg. ■

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