25.08.2026

Frankreich und Saudi-Arabien unterzeichnen Absichtserklärung

Frankreich und Saudi-Arabien unterzeichnen Absichtserklärung

(eap) Die saudi-arabische Qiddiya Investment Company (QIC) und die französische Regierung wollen gemeinsam die Entwicklung einer groß angelegten Entertainment-Destination in Frankreich prüfen. Dazu unterzeichneten beide Seiten gestern im Rahmen eines offiziellen Frankreich-Besuchs des saudischen Kronprinzen und Premierministers Mohammed bin Salman in Paris eine entsprechende Absichtserklärung („Memorandum of Understanding“).

Die Dimension des möglichen Vorhabens ist beachtlich: Laut Élysée-Palast sind drei künftige Themenparks mit einem Investitionsvolumen von sechs Milliarden Euro und der Schaffung von 22.000 Arbeitsplätzen vorgesehen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete das Vorhaben als eine „neue globale Destination“ und ordnete seine Dimension als beispiellos seit Disneyland Paris ein. Weitere Details zu den einzelnen Parks werden bislang offiziell nicht genannt.

QIC selbst beschreibt das Vorhaben allgemeiner als eine „entertainment-led, mixed-use destination“. Mit der Unterzeichnung beginnt nach Angaben des Unternehmens eine gemeinsame Arbeitsphase. In dieser wollen die Beteiligten Umfang und Inhalte des Projekts, das Entwicklungsmodell sowie den vertraglichen Rahmen festlegen. Das Vorhaben soll auf den Erfahrungen, Kompetenzen und Partnerschaften aufbauen, die QIC derzeit insbesondere mit seinem saudischen Großprojekt Qiddiya City entwickelt (vgl. EAP 2/2026 und 4/2026). Zugleich sieht das Unternehmen die geplante Entwicklung als Teil seiner internationalen Expansion und als Möglichkeit, seine „Power of Play“-Philosophie auf weitere Märkte zu übertragen. Dahinter steht der Ansatz, Spiel, Sport, Freizeit und Entertainment als wichtige Faktoren für Wohlbefinden, Kreativität, persönliche Entwicklung und soziale Beziehungen zu verstehen.

Als möglicher Standort der Mixed-Use-Destination ist das seit mehr als 30 Jahren brachliegende Gelände des ehemaligen „Mirapolis“-Freizeitparks in Cergy-Pontoise im Département Val-d’Oise nordwestlich von Paris in den Fokus gerückt. Nach Angaben der Communauté d’Agglomeration de Cergy-Pontoise gehörte das Areal zu mehreren zuvor identifizierten Standorten und weckte nach einem Auswahlprozess besonderes Interesse bei QIC. Die Kommune betont allerdings, dass sich das Projekt dort bislang lediglich ansiedeln könnte. Gleichzeitig sieht Cergy Pontoise in dem Vorhaben Chancen für die wirtschaftliche Entwicklung, neue Arbeitsplätze und die touristische Attraktivität der Region. Für eine Realisierung müssten unter anderem die Straßen- und ÖPNV-Anbindung des Areals verbessert werden, heißt es.

Bereits seit einigen Wochen berichten verschiedene Medien darüber, dass auf dem ehemaligen Mirapolis-Gelände ein Themenpark rund um die japanische Manga- und Anime-Marke „Dragon Ball“ entstehen könnte. In einem seiner Beiträge in den sozialen Medien zu den geplanten drei Themenparks verwies Macron auf seine Vorliebe für Manga.

Mit „EuropaCity“ war bereits vor einigen Jahren nordöstlich von Paris ein Mega-Freizeitkomplex als gemeinsames Projekt der französischen Regierung, der Auchan-Gruppe und der chinesischen Wanda Group geplant worden. Das Projekt wurde allerdings 2019 gestoppt. ■

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