11.02.2026

Trotz Tourismus-Rekordjahr: DTV warnt vor Investitionslücke

(eap) „Der Deutschlandtourismus hat 2025 das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt“, betont Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) als Dachverband der kommunalen, regionalen und landesweiten Tourismusorganisationen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzeichneten Hotels, Pensionen und Campingplätze insgesamt 497,5 Mio. Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland. Damit liege das Ergebnis um 0,3 Prozent über dem bisherigen Rekordjahr 2024. Treiber der Entwicklung seien vor allem inländische Reisende, auf die 83 Prozent der Übernachtungen entfallen.

Langfristig betrachtet habe sich die Nachfrage deutlich erhöht: Von 2005 bis 2025 seien die Übernachtungszahlen um mehr als 150 Mio. gestiegen. Mit dem Wachstum steige jedoch auch der Druck auf die touristische Infrastruktur: „Die touristische Infrastruktur muss mit der steigenden Nachfrage Schritt halten. Sonst drohen Überlastungen in den Tourismusregionen und ein Imageschaden für das Reiseland Deutschland“, so Meyer. Gäste erwarten verlässliche Mobilitätsangebote, gepflegte Rad- und Wanderwege, saubere Strände und Städte sowie barrierefreie Sehenswürdigkeiten. Der demografische Wandel erhöht den Bedarf an leicht zugänglichen Angeboten.

Mit Blick auf die finanzielle Lage vieler Kommunen äußert der DTV jedoch Bedenken. Diese tragen die Investitionen in Ausbau und Instandhaltung der touristischen Basisinfrastruktur maßgeblich, stehen jedoch angesichts wachsender Haushaltsdefizite unter erheblichem Druck. „Entlasten Bund und Länder die Kommunen nicht, droht die Basisinfrastruktur in den Tourismusregionen zu bröckeln. Das gefährdet die erfolgreiche Entwicklung des Deutschlandtourismus“, warnt der DTV-Präsident.

Für die Freizeit- und Erlebnisparks, die ein wichtiges Segment im Tourismus darstellen, zeigt sich im Rückblick auf die Saison 2025 eine etwas verhaltenere Entwicklung bei den Besucherzuwächsen. Immerhin noch 70 Prozent der europäischen Betreiber von Freizeitparks und -attraktionen konnten im vergangenen Jahr Zuwächse oder konstante Ergebnisse verzeichnen. Und obwohl auch die Parkbetreiber von schwächelnder Basisinfrastruktur und überbordender Bürokratie betroffen sind, investieren die Akteure der Freizeitwirtschaft weiter regelmäßig in neue Attraktionen und Angebote für ihre Besucher, wie aus den Benchmark-Zahlen unseres aktuellen EAP-Parkreports hervorgeht, der Anfang März in Ausgabe 2/2026 des EAP-Magazins veröffentlicht wird. ■

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