VdZ-Jahrestagung: Bildung, Forschung, Natur- und Artenschutz
(eap) Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) veranstaltete vom 3. bis zum 6. Juni seine Jahrestagung im Zoo Basel in der Schweiz, um mit den mehr als 200 angereisten Expertinnen und Experten – Zooführungskräfte, Biologen, Tierärzte sowie Artenschutzfachleute – strategische Fragen des internationalen Artenschutzes zu diskutieren.
Bei der Gelegenheit zog der deutschsprachige Zooverband, dem insgesamt 71 Einrichtungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz sowie Spanien (Loro Parque auf Teneriffa) angehören, auch eine Bilanz für die vergangenen fünf Jahre. Insgesamt 59 Mio. Euro seien von VdZ-Mitgliedern in Natur- und Artenschutzprojekte weltweit investiert worden. Zudem seien jährlich rund 500 Tiere aus rund 20 gefährdeten Arten in Europa ausgewildert worden. Zoos fungieren weiterhin als Besuchermagnet: Alleine im Jahr 2025 haben dem VdZ zufolge rund 41 Millionen Menschen die im VdZ organisierten Zoos besucht.
Im Hinblick auf die künftige Arbeit und Ausrichtung des VdZ bzw. seiner Mitglieder gäbe der „One Plan Approach“ der Weltnaturschutzorganisation IUCN (International Union for Conservation of Nature) die wegweisende Richtung vor: Wildpopulationen und Tierpopulationen in menschlicher Obhut sollen nicht länger getrennt gemanagt, sondern gemeinsam als eine Population betrachtet werden. Zoos sollen damit zu einem integralen Bestandteil der globalen Strategie zur Rettung bedrohter Arten werden.
„Der One Plan Approach spiegelt den Paradigmenwechseln im Natur- und Artenschutz von reinen Bewahrungsstrategien in der Wildbahn hin zu Interventionskonzepten. Diese erkennen menschliches Eingreifen als Schlüssel für zeitgemäße Schutzkonzepte auch außerhalb der noch bestehenden Lebensräume. Wild- und Zootierpopulationen werden gemeinsam als demographische und genetische Subpopulationen eines Gesamtsystems gemanagt. […]“, erklärte Dr. Dag Encke, Präsident des VdZ.
Einen weiteren Aspekt des modernen Zoomanagements stellen fortlaufende Verbesserungen der Haltungsbedingungen für die Tiere dar, indem Gehege so naturnah wie möglich gestaltet werden. Die Auswahl präsentierter Arten soll sich an tatsächlich bedrohten Arten statt am reinen Attraktionswert orientieren, Naturschutz und Bildung in den Fokus gerückt werden. Der VdZ konstatiert: „ […] Durch Zucht, eigene Projekte und Zoopädagogik werden die VdZ-Zoos weiterhin ihre Rolle als Naturschutzzentren ausbauen. Unterstützt von moderner Elektronik, aber nicht von dieser ersetzt, werden die zoologischen Gärten auch in Zukunft Anlaufstelle für jährlich viele Millionen Besucher sein.“
Ein Beispiel für den Einsatz moderner Technologien in Zoos, die einem Bildungs- und Unterhaltungszweck dienen, stellen Virtual Reality (VR)-Anwendungen dar, wie bspw. im Zoo Leipzig oder im Kölner Zoo umgesetzt. Im Hinblick auf die gemeinsame Haltung mehrerer Tierarten in einem naturnah gestalteten Lebensraum machte jüngst der belgische Zoo Pairi Daiza mit der Fertigstellung seines mehrjährigen Bauprojekts einer neuen Tropenhalle auf sich aufmerksam (lesen Sie alles über „Edenya“ in der aktuellen EAP Mai/Juni-Ausgabe). ■