Weltweit größter Schaustellerkongress startet heute in Paderborn
Das DSB-Präsidium um Präsident Albert Ritter (Mitte) zusammen mit dem Paderborner Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (3.v.l.) und dem Marktmeister der Stadt, Matthias Amediek (2.v.l.).
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(eap) Ab heute treffen sich im ostwestfälischen Paderborn 2.400 europäische Schaustellerinnen und Schausteller anlässlich des 75. Delegiertentages des Deutschen Schaustellerbundes e.V. (DSB). Bis einschließlich Sonntag, 25. Januar, findet in der Stadt des alljährlichen Libori-Festes – des ältesten Kirchen- und Volksfestes Deutschlands – der Delegiertentag, die Interschau-Fachmesse, Fachberatersitzungen sowie Jugend- und Jubiläumsball statt. Einer der Höhepunkte wird die morgige Großkundgebung sein, zu der Vertreter aus Landes- und Bundespolitik geladen und aufgefordert sind, die Interessen und Forderungen des schaustellenden Gewerbes in zukünftige Debatten und politische Entscheidungsfindung aktiv einzubringen.
Albert Ritter, Präsident des DSB sowie der Europäischen Schaustellerunion, bedankte sich während einer Auftaktveranstaltung beim Paderborner Bürgermeister Stefan-Oliver Strate für dessen Gastfreundschaft in der „Geburtsstadt der Volksfeste“. Strate lobte die „Zunft“ der Schausteller als „allzeit verlässliche Partner, kantig, aber absolut ehrlich“. Volksfeste seien die Orte, an denen Menschen aller Altersgruppen und sozialen Schichten zusammenkommen, um für ein paar Stunden die Sorgen des Alltags zu vergessen und gemeinsam eine schöne Zeit zu erleben.
Die Bedeutung von Volksfesten und auch Weihnachtsmärkten in Deutschland spiegelt sich in aktuellen Wirtschaftskennzahlen wider, die der DSB heute präsentierte: Demnach wurden zuletzt insgesamt knapp 200 Mio. Besuche (laut DSB ca. 198,4 Mio.) auf den rund 9.750 jährlichen Volksfesten in Deutschland verzeichnet. Ca. 5.600 Schaustellerunternehmen mit ihren rund 30.800 Beschäftigten beschicken diese Veranstaltungen mit insgesamt mindestens 13.200 Geschäften, von der „Imbissbude“ bis hin zur Achterbahn. Der Umsatz auf Volksfestplätzen lag zuletzt bei insgesamt 6,51 Mrd. Euro jährlich. Alle diese Kennzahlen – mit Ausnahme der Beschäftigtenanzahl – zeigen laut DSB-Bericht eine positive Entwicklung der Branche zwischen 2018 und 2023. „Die positive Entwicklung ist ablesbar: Die Besucherzahlen steigen weiter und erreichten nach der Pandemie ein Rekordniveau, vor allem auf Top-Volksfesten und Weihnachtsmärkten. Besucher und ausrichtende Kommunen nehmen Volksfeste als Angebote für die ganze Familie und wichtigen Bestandteil von Kultur und Tradition wahr, deren Attraktivität nach Einschätzung der Kommunen sogar noch zugenommen hat“, heißt es im DSB-Bericht.
Vor dem Hintergrund dieser positiven Entwicklungen sehen sich die deutschen Schausteller dennoch einigen aktuellen Herausforderungen gegenüber, die Gegenstand der morgigen Großkundgebung sein werden, darunter u.a. die Themen Sicherheit auf Volksfesten und Abwehr möglicher Bedrohungen durch Terror sowie damit verbundene Fragen der Kostenträgerschaft, Arbeitskräftemangel, Energiekosten, Bürokratieabbau sowie steuerrechtliche Gleichberechtigung gegen Wettbewerbsverzerrungen auf europäischer Ebene. ■