Ein Kapitel geht zu Ende: Schweizer Ticiland muss endgültig schließen
Im Herbst 2020 war das Ticiland in der Schweiz mit klassischen Fahrgeschäften wie einem Wave Swinger eröffnet worden. // Foto: Ticiland
(eap) Das Ticiland in der Schweizer Gemeinde Stein am Rhein steht vor dem endgültigen Aus. Der Indoor-Freizeitpark soll bereits am kommenden Sonntag (26. April 2026) für immer schließen. Das Ziel bestehe darin, den Park bis Ende Juni im Sinne einer geregelten Liquidation „geordnet stillzulegen“. Für den 20. Mai ist laut Amtsblatt eine Gläubigerversammlung in Luzern angesetzt. Dort beabsichtige die Ticiland AG ihren Gläubigern einen Nachlassvertrag mit Vermögensabtretung vorzuschlagen. Bereits im Sommer 2025 habe der Freizeitpark eine provisorische Nachlassstundung erhalten, die der Sanierungsprüfung dienen sollte. Medienberichten zufolge seien sowohl die Suche nach neuen Investoren als auch ein Rettungsversuch durch eine Stiftung gescheitert.
Das Ticiland war im Herbst 2020, mitten in der Corona-Pandemie, eröffnet worden und damit bereits unter schwierigen Bedingungen gestartet. Die erzielten Einnahmen reichten nicht aus, um die hohen Betriebskosten zu decken, heißt es. Der Unternehmer Peter Hablützel – der den „ersten Indoor-Freizeitpark der Schweiz“ gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Markus Mack-Even auf die Beine gestellt hatte – habe insgesamt 15 Mio. Schweizer Franken in den Park investiert. Anfang 2024 bereits zog sich Mack-Even aus dem operativen Geschäft des Freizeitparks zurück.
Das Ticiland befindet sich im Kanton Schaffhausen, nahe der Grenze zu Deutschland und unweit des Bodensees. Das Ausflugsziel war als neues Indoor-Angebot für Familien mit Kindern, mit klassischen Fahrgeschäften wie Autoscooter, Pferdekarussell, Wellenflieger, Drop Tower und Familienachterbahn geschaffen worden – wir berichteten in EAP 1/2021. Ein halbes Jahr nach der Eröffnung wurde das Angebot um einen kleinen Außenbereich mit weiteren Attraktionen ergänzt. ■