29.04.2026

Rivoli Rotterdam: Neuer Besitzer für nie vollständig eröffneten Freizeitpark

Rivoli Rotterdam: Neuer Besitzer für nie vollständig eröffneten Freizeitpark

Das „UFO-Restaurant“ war die allererste und eine der einzigen Attraktionen, die in Betrieb genommen werden konnten.

(eap) Der seit Jahren in Entwicklung befindliche Freizeitpark Rivoli Rotterdam (auch bekannt als Speelstad Rotterdam / Attractiepark Rotterdam) hat einen neuen Besitzer. Das Projekt des niederländischen Unternehmers Hennie van der Most, der unter anderem auch das Wunderland Kalkar am Niederrhein schuf, war über einen Zeitraum von vierzehn Jahren vorangetrieben, jedoch bislang nie vollständig eröffnet worden. Insgesamt sollen rund 50 Millionen Euro – größtenteils aus eigenen Mitteln von Van der Most – in das Vorhaben investiert worden sein, das von Beginn an von Verzögerungen und Komplikationen begleitet wurde.

Wie niederländische Medien berichten, soll Unternehmer Wim Beelen den Vergnügungspark in der vergangenen Woche im Rahmen einer von Gläubiger Pearl Capital initiierten Zwangsversteigerung mit einem Gebot von 6,5 Mio. Euro erworben haben. Van der Most und Beelen hätten zuvor bereits über einen möglichen Verkauf verhandelt, seien aber zu keiner Einigung über den Kaufpreis gekommen. Relevant dabei ist: Das Grundstück selbst gehört der Gemeinde Rotterdam. Van der Most verfügte über ein Erbpachtrecht, das bis 2030 läuft. Trotz dieser zeitlichen Begrenzung wolle der neue Besitzer Beelen den Park nun möglichst schnell in Betrieb nehmen. Zudem plane er, dort auch einen Platz für seine „Arche Noah“ zu finden – ein großes Holzschiff, das in Anlehnung an die biblische Geschichte nachgebaut wurde und jahrelang als Besucherattraktion diente.

Das an der Neuen Maas gelegene Freizeitpark-Areal befindet sich auf einem ehemaligen Hafengelände, auf dem früher eine Abfallverbrennungsanlage betrieben wurde. Ähnlich wie beim Wunderland Kalkar wollte Van der Most eine ungewöhnliche Industriefläche in eine Freizeiteinrichtung für Familien verwandeln. Rivoli Rotterdam sollte sowohl Attraktionen und Gastronomie als auch Tagungseinrichtungen und ein Theater kombinieren. Sowohl Indoor- als auch Outdoor-Attraktionen wurden bereits errichtet, darunter eine Achterbahn, eine Kartbahn und eine Schiffschaukel. In den Angaben der Online-Auktionsplattform Vastgoed Veiling heißt es, dass ein Teil der Attraktionen sowie verschiedene Gastronomieeinrichtungen bereits betriebsbereit seien. Lediglich der „UFO-Turm“ (s. Foto) sei vorübergehend genehmigt.

Der Gemeinderat von Rotterdam hatte in einem angenommenen Antrag vom 16. April 2026 allerdings erklärt, dass die weitere Entwicklung des ehemaligen Müllverbrennungsgeländes im Interesse der Stadt erfolgen müsse. Für den Standort sehe der Rat keine Zukunft mehr als Attraktionspark. Stattdessen solle auf eine „gesellschaftliche Nutzung mit bezahlbarem Wohnen, Beschäftigung und Einrichtungen hingearbeitet werden, die den Rotterdamerinnen und Rotterdamern im Süden zugutekommt.“ Damit bleibt zum jetzigen Zeitpunkt offen, ob Rivoli Rotterdam an diesem Standort tatsächlich noch eine Zukunft als Freizeitpark haben wird. ■

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