10.09.2026

SafeStrap ermöglicht Achterbahnfahrten mit Beinprothese

SafeStrap ermöglicht Achterbahnfahrten mit Beinprothese

In Efteling vorgestellt: „SafeStrap“ ist ab sofort weltweit für Prothesenträger und Freizeitparks verfügbar. | Foto: Efteling

(eap) Mit einer Beinprothese Achterbahn fahren, ohne sie vorher abnehmen zu müssen: Das ist nun dank des „SafeStrap“ möglich. Der Sicherheitsgurt für Beinprothesen wurde gemeinsam vom Freizeitpark Efteling, der Technischen Universität Delft und dem niederländischen Rehabilitations- und Orthopädietechnikzentrum De Hoogstraat entwickelt und gestern offiziell vorgestellt.

Personen mit Beinprothesen und SafeStrap beim Fahren von Baron 1898. Im Rahmen der Präsentation fuhren mehrere Prothesenträger mit ihrer Prothese und SafeStrap mit dem Dive Coaster „Baron 1898“. | Foto: Efteling Für Menschen mit einer Beinprothese war die Fahrt mit Achterbahnen und anderen Attraktionen, bei denen die Beine frei herabhängen, bislang häufig mit einer schwierigen Entscheidung verbunden: die Prothese vor der Fahrt abnehmen oder auf das Fahrgeschäft verzichten. Wird eine Prothese während der Fahrt getragen, besteht das Risiko, dass sie sich löst und dadurch sowohl die eigene Sicherheit als auch die anderer Gäste gefährdet.

Auch Achterbahnfan Veerle stand vor diesem Problem, als sie mit ihrer Beinprothese die Achterbahn „Baron 1898“ in Efteling erleben wollte. Ihr Wunsch gab den Anstoß für die Entwicklung einer neuen Lösung. Ihre Rehabilitationsärztin Iris van Wijk von De Hoogstraat Revalidatie nahm gemeinsam mit dem Patientenverband KorterMaarKrachtig den Kontakt zu Efteling und der TU Delft auf.

Im Rahmen ihres Abschlussprojekts an der Universität entwickelte Studentin India Hoekman daraufhin den SafeStrap. „Von Anfang an haben wir gemeinsam mit Prothesenträgern, Fachkräften im Gesundheitswesen und mit Efteling an einer Lösung gearbeitet, die sowohl für die Nutzer als auch für die Freizeitparks sicher und praktisch ist. Dass das Produkt, das ich im Rahmen meiner Abschlussarbeit entworfen habe, nun tatsächlich zum Einsatz kommt, finde ich ganz besonders“, so Hoekman. „Bei der Entwicklung des SafeStrap war es wichtig, dass die Lösung nicht nur für Prothesenträger sicher ist, sondern auch von Freizeitparks praktisch eingesetzt werden kann. Dass der SafeStrap nun tatsächlich in der Praxis genutzt werden kann, finde ich etwas ganz Besonderes.“

India Hoekman, Iris v Wijk, Veerle und Sophie-Anne Onland (v.l.n.r.) bei der Präsentation von SafeStrap in Efteling. Prothesenträgerin und Moderatorin Sophie-Anne Onland sprach mit den Menschen hinter dem SafeStrap über die Entstehung des Sicherungsgurts und darüber, was diese Entwicklung für Prothesenträger bedeutet. | Foto: Efteling Nach mehreren Entwicklungs- und Testphasen, Praxistests in Efteling sowie einem Prüfverfahren durch den TÜV Nord Nederland ist der SafeStrap nun einsatzbereit und weltweit für Freizeitparks und Prothesenträger verfügbar. Parks, die das System einsetzen möchten, müssen dessen Nutzung für jede einzelne Attraktion in Zusammenarbeit mit ihrer jeweiligen Prüfstelle genehmigen lassen.

Ab dem 1. Oktober setzt Efteling den SafeStrap als erster Freizeitpark selbst bei vier Attraktionen ein: den Kettenkarussells, dem Dive Coaster Baron 1898 und den Freifalltürmen „Hooghmoed“ sowie ab Dezember bei der neuen Attraktion „Ravenring“. Für Produktion und Vertrieb des SafeStrap ist das niederländische Unternehmen Edge Safety verantwortlich.

Auch in vielen anderen Bereichen geht Efteling mit gutem Beispiel voran, wenn es darum geht, seinen Gästen einen möglichst inklusiven und barrierefreien Aufenthalt zu ermöglichen. Mehr zum Thema Barrierefreiheit in europäischen Freizeitparks lesen Sie in EAP-Ausgabe 3/2025. ■

Lesen Sie auch