05.11.2026

Wenn Server Schwimmbäder beheizen: Neues Projekt im StuBay

Wenn Server Schwimmbäder beheizen: Neues Projekt im StuBay

Das österreichische StuBay Freizeitcenter vereint ein Erlebnisbad mit Fitness- und Freizeitangeboten. Künftig soll hier die Abwärme von Servern zur Beheizung der Gebäude und Schwimmbecken beitragen. | Foto: StuBay

(eap) Im Freizeitcenter StuBay in Telfes im Stubaital (nahe Innsbruck, Österreich) soll künftig die Abwärme wassergekühlter Server zur Beheizung des Badeparadieses genutzt werden. Dafür arbeitet das Freizeitcenter mit dem Innsbrucker Unternehmen Serwas Technologies zusammen, das die Server betreibt und deren Rechenleistung an externe Unternehmen vermietet, unter anderem für Anwendungen im Bereich künstlicher Intelligenz (KI).

Die von Serwas entwickelte Kühltechnologie soll es ermöglichen, die beim Betrieb der Server entstehende Abwärme mit Temperaturen von bis zu 70 Grad Celsius direkt für die Wärmeversorgung zu nutzen – ohne den Einsatz einer zusätzlichen Wärmepumpe. Statt die Wärme ungenutzt an die Umgebung abzugeben, wird sie so zur Beheizung von Gebäuden eingesetzt. Seit April dieses Jahres betreibt Serwas bereits eine Pilotanlage im Hallenbad Amraser Straße in Innsbruck. Mit dem StuBay soll das Konzept nun auf eine weitere Freizeitanlage übertragen werden.

„Wir wollen Rechenleistung dort aufbauen, wo die entstehende Wärme direkt gebraucht wird. Gerade Schwimmbäder sind dafür besonders interessant, weil sie das ganze Jahr über einen hohen Wärmebedarf haben. Unser Ziel ist es, Rechenzentren zu schaffen, die nicht nur rechnen, sondern gleichzeitig Gebäude beheizen“, erklärt Timo Berkmann, Mitgründer von Serwas Technologies.

Die ersten Server sollen im Dezember dieses Jahres in Betrieb gehen. Während der jährlichen Revision im kommenden Jahr soll eine Erweiterung der Serverkapazität erfolgen. Das StuBay erwartet durch die Nutzung der Abwärme Einsparungen von bis zu 40 Prozent beim Bezug externer Heizenergie. Diese stamme bereits heute aus nachhaltiger Biowärme. So seien lediglich weitere wirtschaftliche Einsparungen beispielsweise durch Wärmepumpen möglich. „Diese könnten zwar die Betriebskosten senken, konterkarieren aber doch eine nachhaltige Strategie. Wir sehen die Nutzung von Abwärme aus Servern daher als ideale Ergänzung. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass der Bedarf an Server/-Rechenleistung enorm steigen wird in Zukunft…wir geben den Servern quasi ein Zuhause, bei dem Sie die Kühlung kostenlos erhalten (das Frischwasser) und wir das beheizte Wasser wiederum für unsere Schwimmbecken nutzen“, erklärt Georg Schantl, Geschäftsführer des StuBay.

Nach Angaben von Schantl fallen für das StuBay durch die Einbindung der Server keine eigenen direkten Investitionskosten an. Das Freizeitcenter stelle lediglich die erforderlichen Räumlichkeiten und die Stromversorgung zur Verfügung. Der anfängliche organisatorische Aufwand sei gering und werde durch die erwarteten Einsparungen mehr als ausgeglichen. Langfristig sei zudem die Installation einer größeren Photovoltaikanlage geplant, die künftig auch Strom für den Serverbetrieb liefern könnte. ■

Lesen Sie auch