26.08.2026

ZooParc de Beauval gibt Pläne für Delfin-Zentrum auf

ZooParc de Beauval gibt Pläne für Delfin-Zentrum auf

Große Tümmler gehörten zu den Delfinen, die künftig im nun abgesagten Forschungs- und Schutzzentrum in Beauval leben sollten. Beauval Nature engagiert sich zugleich in Forschungsprojekten zum Schutz der Art im Mittelmeer, zuletzt unter anderem im Rahmen einer Fachkonferenz im April dieses Jahres.

(eap) Der französische ZooParc de Beauval hat die Planungen für sein vorgesehenes „Centre d’Études, de Recherche Scientifique et de Sauvegarde pour Dauphins“ (CERSSD) eingestellt. Das anvisierte Studien-, Forschungs- und Schutzzentrum sollte künftig unter anderem Delfine aus dem Anfang 2025 geschlossenen Marineland d’Antibes sowie aus dem Planète Sauvage aufnehmen. Nach mehrmonatigen Studien, fachlichen Prüfungen und Abstimmungen sieht Beauval die Voraussetzungen für eine Umsetzung des Projekts jedoch nicht mehr gegeben.

Als wesentlichen Grund nennt der Zoo die anhaltende rechtliche Unsicherheit infolge mehrerer gegen das Vorhaben gerichteter Rechtsmittel. Diese sei mit dem vorgesehenen Investitionsvolumen von 45 Mio. Euro und den langfristigen Verpflichtungen, die mit der Aufnahme der Tiere verbunden wären, nicht vereinbar. Solange sämtliche Rechtsmittel nicht abschließend geklärt seien, könnten sich auch die Finanzierungspartner nicht verbindlich engagieren. Mehr als 1,5 Mio. Euro seien bereits in Studien, Expertisen und die Konzeption des Projekts geflossen.

Rodolphe Delord, CEO des ZooParc de Beauval, erklärte die Entscheidung gegen das geplante Forschungs- und Schutzzentrum für Delfine in einer Video-Botschaft. „Wenn es um das Tierwohl geht, liegt es in unserer Verantwortung, alle möglichen Lösungen ernsthaft zu prüfen. Genau das haben wir getan. Heute haben wir gerade deshalb, weil wir verantwortungsvoll handeln, die Pflicht, zu diesem Projekt Nein zu sagen“, erklärte Rodolphe Delord, CEO des ZooParc de Beauval, in einer gestern veröffentlichten Video-Botschaft.

Das Projekt war 2025 auf Initiative der französischen Regierung entwickelt worden. Hintergrund ist unter anderem das französische Tierschutzgesetz vom 30. November 2021, das die Haltung und Zucht von Cetaceen (Wale und Delfine) in zoologischen Einrichtungen ab Dezember 2026 grundsätzlich untersagt. Ausnahmen sind unter anderem für bestimmte Schutzeinrichtungen sowie für staatlich genehmigte wissenschaftliche Programme vorgesehen. Das Beauval-Projekt sollte unter einer solchen wissenschaftlichen Sondergenehmigung betrieben werden.

Ursprünglich war eine Eröffnung des Zentrums für 2027 vorgesehen. Auf einer Fläche von mehr als zwei Hektar sollten unter anderem zehn Becken und drei große landschaftlich gestaltete Lagunen entstehen. Das Zentrum war als wissenschaftlich ausgerichtete, nicht kommerzielle Einrichtung konzipiert worden.

Vorgesehen war unter anderem die Aufnahme der elf Delfine aus Planète Sauvage. Das französische Umweltministerium hatte im Februar dieses Jahres bestätigt, dass diese Tiere einschließlich freiwillig wechselnder Tierpfleger in das Beauval-Projekt einbezogen werden sollten. Außerdem sollte Beauval acht Delfine aus dem Marineland d’Antibes aufnehmen.

Von den ursprünglich zwölf Delfinen des Marineland d’Antibes wurden acht Tiere im Juli nach Spanien gebracht und im Selwo Marina in Benalmádena bei Málaga untergebracht – diese Anlage wird von Parques Reunidos betrieben. Vier weitere Delfine befinden sich derzeit noch in Antibes; für sie ist nach Angaben des französischen Umweltministeriums ein Transfer in das Oceanogràfic in Valencia vorgesehen. Die Verlegung der Tiere nach Spanien war zunächst als Zwischenlösung gedacht, bis das geplante Delfin-Zentrum in Beauval zur Verfügung stehen würde. Mit der Aufgabe des Vorhabens entfällt diese Perspektive nun.

Auch für die beiden im Marineland verbliebenen Orcas „Wikie“ und „Keijo“ wird seit der Schließung der Anlage nach einer dauerhaften Unterbringung gesucht. Die französische Regierung sprach sich im Mai dieses Jahres für eine Verlegung der Tiere in den Loro Parque auf Teneriffa aus. Der spanische Freizeit- und Tierpark erklärte daraufhin, grundsätzlich bereit zu sein, die beiden Orcas dauerhaft aufzunehmen, sofern die erforderlichen behördlichen Genehmigungen, insbesondere die Zustimmung der spanischen Regierung, erteilt werden. Die Orcas waren nicht Teil des geplanten Beauval-Projekts.

Für die elf Delfine von Planète Sauvage entfällt mit dem Projektabbruch von Beauval ebenfalls die bislang vorgesehene künftige Unterbringungsmöglichkeit. Beauval betont, das eigene Vorhaben sei bislang das einzige Projekt gewesen, das eine Aufnahme dieser Tiere in Frankreich ermöglicht hätte. Eine andere konkrete und unmittelbar umsetzbare Lösung, die vergleichbare Anforderungen an Tierwohl und eine langfristig gesicherte Finanzierung über mehrere Jahrzehnte erfülle, sei nach Angaben des Zoos bislang nicht vorgestellt worden.

„Wir hoffen nun, dass jeder seiner Verantwortung gerecht wird, damit eine konkrete, nachhaltige und das Tierwohl respektierende Lösung für diese Tiere gefunden werden kann“, heißt es seitens Beauval. Der Zoo will seine Aktivitäten in den Bereichen Tierwohl, Artenschutz, wissenschaftliche Forschung und Umweltbildung unabhängig vom Ende des Delfin-Projekts fortsetzen. ■

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