Gestaltungsplan für den „Zoo der Zukunft“
(eap) Der Zoo Zürich möchte sich bis ins Jahr 2050 zu einem „Zoo der Zukunft“ entwickeln (vgl. „Eine Welt für Tier und Mensch“ in EAP 1/2022). Um den angestrebten Fortschritt im Natur- und Artenschutz zu erreichen, ist eine neue planungsrechtliche Grundlage notwendig. Der hierfür vom Zoo Zürich zusammen mit der Baudirektion des Kantons Zürich und der Stadt Zürich erarbeitete neue kantonale Gestaltungsplan liegt ab heute öffentlich aus und soll nach Prüfung eventueller Einwendungen schließlich festgesetzt werden.
Ein neuer kantonaler Gestaltungsplan für den Zoo Zürich ist ab heute für die Öffentlichkeit einsehbar. © Grafik: Zoo Zürich, Region Five Media
Ein Kernelement des Plans ist die Errichtung einer unterirdischen Parkanlage, um die Straßenräume aufzuwerten und die Biodiversität zu fördern. Heute verteilen sich die etwa 1.200 Parkplätze für Zoogäste rund um den Zoo und auch in den angrenzenden Quartieren. Geplant ist, dass diese oberirdischen Parkplätze aufgehoben und in eine neue Parkierungsanlage unter einem bestehenden Sportplatz verlegt werden. Mit Aufhebung der oberirdischen Parkplätze werde auch eine Verlängerung der Tramlinie bis zur Bergstation der geplanten Zooseilbahn möglich, die aktuell weiterhin in Bewilligungs- und Rechtsverfahren steckt (vgl. EAP-News v. 11.12.23).
Rendering Pantanal Volieren © Zoo Zürich, Region Five Media
Zukünftig soll der rund 27 Hektar Fläche umfassende Zoo aus insgesamt elf Lebensräumen bestehen, die stellvertretend für das Naturschutzengagement des Zoos in natürlichen Habitaten stehen. Jeder Lebensraum soll neue Standards in der Tierhaltung setzen, dem Erhalt von bedrohten Tierarten dienen und den Gästen einprägsame Erlebnisse in der Tierwelt ermöglichen, um sie für den Schutz der weltweiten Artenvielfalt zu sensibilisieren. Aktuell entsteht das „Pantanal-Feuchtgebiet“ für bedrohte Arten der südamerikanischen Tierwelt. Mit dem „Ndoki Wald“ soll ein Lebensraum auch für afrikanische Arten wie den Westlichen Flachlandgorilla entstehen, und als naturnahes Habitat sogar Klettermöglichkeiten auf echten Bäumen bieten. Weitere geplante Bereiche sind unter anderem der „Sumatra Regenwald“ für bedrohte Tierarten wie Orang-Utans sowie eine „Meeresküste“ für Pinguine.
Zoodirektor Dr. Severin Dressen erklärt: „Wir wollen weiterhin unsere Gäste für den Schutz der Biodiversität begeistern und als Aushängeschild einer modernen und wissenschaftlich geführten zoologischen Institution zum Natur- und Artenschutz beitragen. Um dies zu erreichen, muss sich der Zoo im Hinblick auf seine Tierhaltung weiterentwickeln können. Für die Realisierung der geplanten neuen Lebensräume unseres Entwicklungsplans 2050 sind wir deshalb auf einen verbindlichen neuen Gestaltungsplan angewiesen. Mit der Festsetzung des neuen kantonalen Gestaltungsplans für den Zoo Zürich werden die Grundlagen für den weltweiten Schutz der Artenvielfalt, eine Tierhaltung auf höchstem Niveau, einen international führenden Zoo in Zürich und eine nachhaltige Entlastung für die Nachbarschaft geschaffen.“ ■