20.02.2026

Tiergarten Schönbrunn baut gigantische Fledermausanlage

Tiergarten Schönbrunn baut gigantische Fledermausanlage

(eap) Während in Europa noch Winter herrscht, wächst im Tiergarten Schönbrunn in Wien bereits ein Stück Regenwald heran. Nach 20 Jahren wird das Regenwaldhaus im Zoo von Grund auf saniert und in diesem Jahr mit einem neuen Konzept wiedereröffnet. Es entsteht eine tropische Erlebniswelt, die die ökologische Bedeutung des Regenwaldes eindrucksvoll vermitteln soll. Zu den großen tierischen Neuheiten zählen die von der Ausrottung bedrohten Chinesischen Schuppentiere, die derzeit nur in zwei europäischen Zoos zu sehen sind (in Leipzig und Prag). Gleich daneben erwartet die Gäste eine weitere Highlight-Attraktion: eine über acht Meter hohe Fledermausanlage, in der Dunkelheit herrscht, sodass die nachtaktiven Tiere während der Zoo-Öffnungszeiten in Aktion erlebt werden können.

© Foto: Daniel Zupanc „Wir erleben hier den Regenwald bei Nacht. Im Mondlicht, umgeben von Nebelschwaden, blicken wir über ein Gewässer hinweg direkt in den Regenwald und können die faszinierenden Blumenfledermäuse beobachten“, erklärt Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck. Der Rohbau der Anlage aus Stahl und Beton lässt die beeindruckenden Dimensionen der neuen Fledermausanlage bereits erahnen. Aktuell sind die von den südlichen USA bis ins nördliche Argentinien hinein verbreiteten Blumenfledermäuse im Terrarienhaus untergebracht. Sie sind bereit für den baldigen Umzug in ihr neues Zuhause. In den südamerikanischen Tropen zählt ihre Art zu den wichtigsten Bestäubern. Pro Nacht besuchen die Blumenfledermäuse bis zu 1.000 Blüten, um Nektar und Pollen aufzunehmen, und bestäuben dabei zahlreiche Pflanzenarten.

„Im Regenwaldhaus werden die Besucherinnen und Besucher dieses faszinierende Verhalten aus nächster Nähe beobachten können. Blumenfledermäuse sind nur etwa so groß wie Mäuse, doch ihre Zunge ist eineinhalbmal so lang wie ihr Körper. An speziellen Nektartränken werden sie – ähnlich wie Kolibris – in der Luft schwirren, Nahrung aufnehmen und anschließend wieder im Dunkel des Regenwaldes verschwinden“, erzählt Kurator Anton Weissenbacher. ■

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